Ende der 1960er-Jahre entstand auf der Ostseeinsel Fehmarn das Ferienzentrum Burgtiefe. Das Video des Youtube-Kanals Bauen:Bestand ordnet die Anlage am Südstrand unter der Frage nach Baukultur ein.

Grundlage war ein internationaler städtebaulicher Wettbewerb unter Juryleitung von Egon Eiermann, den der dänische Architekt Arne Jacobsen gewann. Jacobsen entwickelte ein Gesamtkonzept aus Hochhäusern, Terrassenhäusern, Bungalows und öffentlichen Einrichtungen – mit klarer Ausrichtung zum Meer und Einbindung in die Dünenlandschaft.

Vom Plan zur Realität: Kompromisse in Burgtiefe

Die Umsetzung entsprach nicht vollständig Jacobsens Vision. Statt der geplanten viergeschossigen Gebäude entstanden drei Punkthochhäuser mit 17 Geschossen. Jacobsen distanzierte sich daraufhin vom Projekt. Nur das Meerwasser-Wellenbad wurde weitgehend nach Originalplänen realisiert. Die Wohnungen zeigen dennoch durchdachte Details: Jede Einheit ist nach Süden oder Südosten ausgerichtet, die Balkone entsprechen der Wohnungsbreite.

Heute zeigt das Ensemble deutlichen Sanierungsbedarf. Spätere Anbauten verwässerten den ursprünglichen Charakter. Das denkmalgeschützte Haus des Gastes steht leer und ist baulich stark beschädigt.

Seit 2017 dokumentiert ein Katalog die wesentlichen Merkmale, und die Stadt Fehmarn setzt sich für den Erhalt des Gesamtdenkmals ein. Die Prinzipien Jacobsens – Landschaftsbezug, Maßstäblichkeit und funktionale Klarheit – bleiben trotz aller Veränderungen ablesbar.

16:21 min, deutsch, via Youtube

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