Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben Anfang Dezember einen neuen Streckenabschnitt der U-Bahn Linie U5 in Betrieb genommen.

Kurz nach 12 Uhr mittags hielten am 04.12.2020 erstmals Züge mit Fahrgästen auf den beiden neuen U-Bahnhöfen Rotes Rathaus und Unter den Linden. Das Video des Bauunternehmens Implenia (08:59 min, ohne Kommentar, via Youtube) zeigt sehenwerte Bilder aus den neuen Stationen – leider noch ohne Ton.

Der „Lückenschluss U5“ zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor: Ein Projekt, zwei Tunnel, drei U-Bahnhöfe

Mit 22 Kilometern Streckenlänge zwischen den Stationen Hönow und Hauptbahnhof ist die neue U-Bahnlinie ab sofort die zweitlängste U-Bahnlinie der Hauptstadt. Die Baukosten – getragen von Bund und Land – werden nach Fertigstellung des U-Bahnhofs Museumsinsel die 2013 berechneten 525 Millionen Euro um nur wenige Prozent übertreffen.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) stellte für das Gesamtvorhaben, den Abschnitt von Alexanderplatz bis Hauptbahnhof, einschließlich der bereits fertiggestellten U55, wie im Hauptstadtfinanzierungsvertrag festgelegt, Zuwendungen in Höhe von mehr als 150 Millionen Euro zur Verfügung.

Bis zu 20 Meter Tunnelvortrieb pro Tag

Die Dimensionen beim Bau des neuen U-Bahn-Abschnitts waren gewaltig: Mit der 700 Tonnen schweren Tunnelvortriebsmaschine „Bärlinde“ entstanden zwischen Sommer 2013 und Herbst 2015 zwei Tunnelröhren zwischen Marx-Engels-Forum und U-Bahnhof Brandenburger Tor. An Spitzentagen schaffte die Tunnelmannschaft bis zu 20 Meter Vortrieb.

Im März 2017 erfolgte der Durchbruch von der Neubaustrecke zum U-Bahnhof Brandenburger Tor. Später wurden 9.200 Tonnen Schotter verteilt, mehr als 6.000 Schwellen und 8.500 Meter Schienen eingebaut. Die Fachgewerke der BVG verlegten rund 250 Kilometer Kabel im Tunnel und den drei Bahnhöfen.

Die drei neuen Bahnhöfe entlang der Strecke haben einen jeweils ganz eigenen Charakter. So verfügt der U-Bahnhof Rotes Rathaus, direkt vor dem Berliner Regierungssitz gelegen, über zwei Ebenen: Auf der oberen befindet sich der zweigleisige U-Bahnhof, darunter eine viergleisige „Aufstellanlage“ für die U-Bahnzüge. Der in Deckelbauweise entstandene Bahnhof wurde von Oliver Collignon entworfen. Prägende Elemente sind die sieben „Pilzkopfstützen“ in der Mitte der Gleise sowie die Wand- und Bodenbeläge aus weiß-schwarzem Terrazzo.

Weitere Videos zur “neuen” U5 und zur bisherigen U55 der BVG

Dr. Rolf Erfurt, Vorstand Betrieb der BVG, erläutert die Vorteile der neuen Strecke (01:00 min, deutsch, via Youtube):

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Warum vor dem Lückenschluss zwischen Brandenburger Tor und Alexanderplatz zuerst die U55 gebaut wurde, erklärt Carsten Liebich, der damalige technische Leiter des U55-Baus und heutige Vertragsmanager der BVG Projekt GmbH (01:35 min, deutsch, via Youtube):

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Weitere Informationen zur “neuen U5” findest Du auf der Projekt-Website.

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