Häuser entwerfen mit möglichst wenig Technik. Nachhaltigkeit durch einfaches Bauen erreichen und das einfache Bauen mit den “gängigsten Materialien überprüfen”, war der Ansatz von Florian Nagler beim Entwurf der Forschungshäuser Bad Aibling: Eines aus Stahlbeton, eines aus Holz und eines aus Mauerwerk.

Von der fortschreitenden Technisierung beim zeitgenössischen Bauen und in der modernen Architektur hatte der Münchner Architekt zunehmend “die Nase voll”. Der allgegenwärtigen Technik, die Entwerfende und Nutzer:innen gängele, stellt er althergebrachte Planungs- und Baumethoden entgegen: “Wir sollten uns mal wieder drauf konzentrieren, dass die Architektur selber ja auch Lösungen bietet.” erläutert Nagler.

Minimalismus in der Architektur: Nachhaltigkeit durch einfaches Bauen

Bauherr Ernst Böhm (B&O Gruppe) war von der Idee des einfachen Bauens sofort fasziniert. Ihm gefallen die hohen Räume, die monolithischen Wände ohne zusätzliche Wärmedämmung, aber auch Details wie die innenliegenden Fenster: “40 Zentimeter Laibungstiefe, deshalb brauchen Sie keinen Rollokasten und keinen zusätzlichen Sonnenschutz.” Auch die Haustechnik ist einfach gehalten. Viele Leitungen sind auf den Wänden verlegt, ein klarer Vorteil, wenn Reparaturen anstehen.

Um auf Stahl verzichten zu können, wurden die Fenster des Betonhauses mit Rundbögen ausgeführt, was an römische Basiliken erinnert. Auch die Stürze des aus Hochlochziegeln errichteten Hauses sind leicht gewölbt, die des Holzhauses naheliegenderweise dagegen gerade, wie man anhand der Fassadenstudien für die drei Gebäude auf Naglers Büro-Website sehr schön sehen kann.

Auch dem Kreislaufgedanken beim Bauen tragen die drei Häuser in Bad Aibling Rechnung: Bei einem eventuellen späteren Abriss können die monolithischen Wände sortenrein rezykliert und aufbereitet werden: Ziegel zu Ziegel, Beton zu Beton, Holz zu Holz. So werde Sondermüll vermieden, so Böhm.

05:54 min, deutsch, via Youtube

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