Kiew (🇺🇦 Київ), die Hauptstadt der Ukraine, liegt zu beiden Seiten des Flusses Dnepr. Während das Stadtzentrum auf der rechten, also westlichen Seite des Flusses durch seine orthodoxen Kirchen und Klöster weltberühmt ist, kennen das “Linke Ufer” (Livobereshna, 🇺🇦 Лівобережна) vor allem die Einheimischen. Denn gut jede:r Zweite lebt hier.

Die mangelnde Aufmerksamkeit für den städtischen Großraum am linken Dnjepr-Ufer ist ungerecht, zumindest aus Sicht von Stadtplaner:innen und Architektur-Historiker:innen, findet der Autor Wolfgang Kil. Im Online-Magazin Marlowes hat er kürzlich auf seinen 2001 in der Stadtbauwelt erschienenen Bericht über das “Linke Ufer” sowie auf den hier eingebetteten, höchst sehenswerten Film über die “Neustadt-Hälfte” von Kiew verwiesen. Sehr spannend und lesenswert.

Industrieller Massenwohnungsbau für mehr als eine Million Menschen

Viele Fachkollegen seien der Meinung, es gäbe nur einen einzigen Grund, auf der “Linken Seite” zu wohnen – man könne von dort “unentwegt das grandiose Panorama des alten Kiew bewundern” berichtet Kil, und gibt zu bedenken: “Die Hälfte aller Kiewer lebt dort. Man muss sich das vorstellen: ein Neuperlach, ein Märkisches Viertel oder ein Marzahn für reichlich eine Million Menschen.”

Das fachliche Desinteresse sei mehr als bedauerlich: “Denn ob man Struktur und Ästhetik des industriellen Massenwohnungsbaus gut oder schlecht, reparabel oder verzichtbar findet – hier hat sich das funktional-technokratische Planungsleitbild der Städtebaumoderne in einem Ausmaß materialisiert, dass schiere Quantität tatsächlich in neue Qualitäten umgeschlagen ist.”

Zum Beitrag über Livobereshna auf marlowes.de

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