Wie lässt sich ein parametrisches Modell per KI-Chat verändern? Der Computational Designer Marijn Luijmes zeigt auf seinem Youtube-Kanal, wie er ein Grasshopper-Skript für Claude zugänglich macht.
Im Beispiel fügt die KI einem Hochhaus fünf Geschosse hinzu, verkleinert die Eckradien und ergänzt einen Dachrücksprung. Anschließend erzeugt sie aus den zurückgelieferten Modelldaten ein Dashboard mit Kennzahlen zu Volumen, Bruttogeschossfläche und Fensteranteil – für drei Gebäude gleichzeitig.
Wie das Swiftlet-Plugin den KI-Agenten in Grasshopper anbindet
Die Verbindung stellt das Grasshopper-Plugin Swiftlet her, ein kostenloses Open-Source-Werkzeug für Web-Anfragen und JSON-Auswertung. Laut Video stellt es einen MCP-Server (MCP = Model Context Protocol) auf einem lokalen Port bereit, über den die Claude-Desktop-App das Skript als Werkzeug erkennt.
Alle Eingabewerte – Geschosshöhe, Sockelfarbe, Basisposition, die Grundrisse einzelner Etagen – liegen in einem gemeinsamen JSON-Schema. Grasshopper zerlegt diese Struktur mit Pancake-Komponenten in Koordinatenpunkte, aus denen die Polylinien der Grundrisse entstehen. Weil die Punkte relativ zu einem Referenzpunkt beschrieben werden, fällt es der KI leichter, gezielte Änderungen zu formulieren.
Nach jeder Bearbeitung schickt das Skript ein JSON-Objekt mit Geometrie- und Kennzahlendaten zurück. Aus dieser Datenbasis baut Claude die Dashboards und ordnet auch uneinheitlich strukturierte Datensätze sinnvoll zu. Luijmes zieht daraus einen Schluss für die eigene Arbeit: Nicht die einzelne Skriptlogik werde künftig zählen, sondern der strukturierte Umgang mit Daten – die Voraussetzung dafür, KI-Systeme überhaupt in bestehende BIM-Workflows einzubinden.
Das Video ist ein Werkstattbericht, kein Schritt-für-Schritt-Tutorial: Wer nachbauen will, braucht Grasshopper-Erfahrung. Als Blick darauf, wie sich künstliche Intelligenz konkret in die Entwurfsarbeit einfügt, halte ich es für sehenswert.
09:34 min, englisch, via Youtube



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